LIVING BRAIN
So funktioniert's

Ein Gedächtnis, das nicht vergisst, warum.

Claude fängt bei jeder Sitzung von vorn an. Das Living Brain ist der Teil, der bleibt: getroffene Entscheidungen mit ihrer Begründung, sortiert nach Projekt, geteilt innerhalb der Firma — und automatisch wieder eingespielt, sobald sie zur Aufgabe passen.

12Brains
151Entscheidungen
3Familien
4Zugänge
01

Im Brain liegen zwei verschiedene Stoffe

Alles, was du schreibst, wird als Episode mitgeschrieben — roh, im Wortlaut, ohne Wertung. Nur ein kleiner Teil davon wird später zur Entscheidung: einer Regel, die künftig gilt. Der Unterschied ist der Kern des Systems. Episoden sind Gedächtnis, Entscheidungen sind Haltung.

Rohmaterial · wächst von allein

Episode

Jede Eingabe an Claude wird automatisch festgehalten: was gesagt wurde, in welchem Verzeichnis, in welcher Sitzung. Niemand muss etwas tun. Episoden sind Beobachtungen, Probleme, Zwischenstände — Dinge, die noch keine Regel sind.

„die Kacheln wirken auf dem iPhone zu eng“ — eine Episode. Vielleicht ein Einzelfall, vielleicht der Anfang einer Regel. Noch weiß es keiner.
Consolidate
Verdichtet · gilt, bis sie überholt wird

Entscheidung

Was mehrfach auftaucht oder ausdrücklich festgelegt wurde, wird zur Entscheidung. Sie hat immer einen claim (was gilt) und eine rationale (warum) — ohne Begründung speichert der Server erst gar nichts. Dazu scopes, strength und optional das Verworfene.

Anspruch: Mindestabstand 12px zwischen Kacheln auf Mobile.
Grund: Bei 8px verrutschen Tap-Ziele; getestet auf iPhone 13.
Verworfen: Kacheln kleiner machen — dann bricht die Zahl um.
Wie im Schlaf Konsolidierung verdichtet Erlebtes zu Regeln. consolidate legt die offenen Episoden eines Brains vor, add_decision mit from_episodes hakt sie ab und verknüpft die Regel mit ihrem Ursprung.
02

Jede Firma ein Über-Brain, jedes Thema ein Sub-Brain

Ein Brain gehört nie für sich allein. Über parent hängen Sub-Brains unter einem Über-Brain — daraus wird eine Familie. Und die Familie teilt ihr Wissen: Wer im Website-Brain arbeitet, bekommt automatisch auch, was in Recht oder Number Match festgelegt wurde. Klick auf ein Brain und du siehst, wer dann mitspricht.

Master brain = "*" Liest alle Familien zusammen, jede Zeile mit [brain]-Präfix. Schreiben auf „*“ wird abgelehnt.
03

Der Kreislauf: eine Eingabe, sieben Stationen

Du musst nichts davon selbst auslösen. Ein Hook hängt sich an jede Eingabe, holt den passenden Kontext und schreibt gleichzeitig die Episode mit. Was du siehst, ist nur der Block „Aus dem Living Brain“ über deiner Frage.

Still bei Störung Kein Netz, kein Schlüssel, kein Treffer → kein Ausgabetext. Der Hook darf eine Sitzung nie blockieren; nach 4 Sekunden bricht er ab. Eingaben unter 12 Zeichen („ok“, „weiter“) lösen gar nichts aus.
04

Warum genau diese Entscheidungen kommen

Aus 151 Einträgen dürfen höchstens 20 in den Kontext — beim automatischen Mitlaufen sogar nur 10, gekürzt auf 220 Zeichen. Jede Entscheidung bekommt eine Punktzahl aus drei Teilen: Stärke, Spezifität (auf welchem Kanal sie getroffen wurde) und Frische. Schieb an den Reglern und sieh zu.

KanalSpezifitätWann greift er
Scope direkt1.00Ein Scope der Entscheidung steht wörtlich in deiner Aufgabe — z. B. das Wort „brain“ oder „design“.
Scope geerbt0.70Der Scope wurde über eine Kante mitgezogen: checkout erbt alles von commerce.
Global0.45Scope * — gilt im ganzen Brain, immer, unabhängig vom Thema.
Text0.30Kein Scope getroffen, aber die Wörter überschneiden sich zu mindestens 34 %. Höchstens 5 solche Funde.
Fremdes Brain× 0.85Kommt der Eintrag aus einem anderen Brain der Familie, wird die Spezifität gedämpft — das eigene Brain gewinnt bei Gleichstand — und die Zeile bekommt ein [brain]-Präfix.
Punktzahl · so entsteht sie
Stärke · max 0.500.30
Spezifität · max 0.300.30
Frische · max 0.200.20
Summe · max 1.000.80
0.80Rang
im Kontext
Abschnitt: Kontext

05

Stärke entscheidet, wie laut eine Regel spricht

Die Stärke bestimmt nicht nur den Rang, sondern auch, in welchem Abschnitt des Kontextblocks eine Entscheidung landet — und ob sie noch verhandelbar ist. Die 5 ist bewusst selten: sie wird nie wieder stillschweigend überschrieben.

1
Präferenz
Landet im Abschnitt „PRÄFERENZ (schwächer, überschreibbar)“ — nur der Anspruch, ohne Begründung. Darf mit gutem Grund gebrochen werden.
2
Leicht
Gleicher Abschnitt. Eine Neigung, kein Gesetz.
3
Standard
Der Normalfall. Erscheint je nach Kanal unter „GILT ALLGEMEIN“, „KONTEXT <scope>“ oder „AUS ANDEREN BEREICHEN“ — mit Begründung und Verworfenem.
4
Stark
Gleiche Abschnitte, aber deutlich weiter oben im Ranking. Abweichung braucht einen echten Grund.
5
Unverhandelbar
Eigener Abschnitt ganz oben, unabhängig vom Kanal. Wird nie überschritten. Vor der 5 gut überlegen — sie gilt, bis sie ausdrücklich per supersede_decision abgelöst wird.
06

Scopes sind die Adressen im Brain

Ein Scope ist ein kurzes Substantiv in Kleinschreibung — checkout, design, mcp. Er sagt, wo eine Entscheidung gilt. Aus deiner Aufgabenbeschreibung liest das System die Scopes selbst heraus: taucht das Wort auf, ist der Scope getroffen.

Erkennen
Aus dem Satz gelesen
Deine Aufgabe „Design der Waben im Home-Screen“ trifft die Scopes design und waben. Alles darunter kommt mit voller Spezifität.
designwabenhome
Vererben
Kanten ziehen mit
Mit add_scope_edge erbt ein Scope vom anderen. Wird checkout getroffen, kommt commerce automatisch mit — eine Stufe leiser (0.70).
checkout→commerce→*
Weglassen
Kein Scope heißt überall
Ohne Angabe steht *: die Regel gilt im ganzen Brain und kommt bei jeder Aufgabe mit — dafür mit gedämpfter Spezifität (0.45), damit sie das Spezifische nicht verdrängt.
*=gilt immer
07

Was wirklich wichtig ist

Sechs Punkte entscheiden darüber, ob das Brain nach einem halben Jahr trägt oder zumüllt. Sie sind nicht kosmetisch — an dreien davon scheitert der Eintrag sonst technisch.

01 · Pflicht
Ohne Warum wird nichts gespeichert
Die rationale ist Pflichtfeld. Eine Entscheidung ohne Begründung ist in drei Monaten wertlos — niemand weiß mehr, ob der Grund noch gilt, und traut sich deshalb nicht, sie zu ändern.
Nicht: „Keine Modals.“  Sondern: „Keine Modals im Checkout — Grund: auf Mobile verdecken sie den Preis, Abbruchrate stieg um 8 %.“
02 · Historie
Nie löschen, immer überholen
supersede_decision mit der alten #seq: die alte bleibt als superseded stehen, die neue tritt an ihre Stelle. So bleibt sichtbar, dass etwas anders war — und warum es gekippt ist.
Falsch: beide Fassungen aktiv stehen lassen. Dann widersprechen sich zwei Regeln im selben Kontextblock.
03 · Ablage
Immer ins spezifischste Brain
Produktentscheidungen ins Produkt-Brain, firmenweite Regeln ins Über-Brain. Im Zweifel: Gilt es für mehr als ein Produkt → Über-Brain. Die Familie liest ohnehin mit, aber das eigene Brain gewinnt bei Gleichstand.
Unsicher, wohin? brain_index zeigt, welches Brain welche Themen führt.
04 · Sofort
Eintragen, wenn es fällt — nicht am Ende
Erkennungsmuster im Gespräch: „wir machen ab jetzt X“, „nie Y, weil Z“, „statt A lieber B“, „nee, das nervt weil …“. Am Ende der Sitzung ist der genaue Wortlaut weg — und mit ihm die Begründung.
Nicht eintragen: einmalige Arbeitsschritte, Bugfixes ohne Regel-Charakter, Vermutungen, Zwischenstände. Das sind Episoden.
05 · Wortlaut
Der Kontextblock gilt wörtlich
Was der Block liefert, wird nicht umformuliert und nicht zusammengefasst. Die [brain]-Präfixe bleiben stehen — sie zeigen, aus welchem Teil der Familie eine Regel stammt. UNVERHANDELBAR wird nie überschritten.
PRÄFERENZ darf mit Begründung abweichen — die Abweichung dann selbst als Entscheidung festhalten.
06 · Technik
Die Logik liegt doppelt
Die Auswahl-Logik steckt in index.js (lokaler stdio-Server) und in mcp.php (Remote-Endpunkt). Wer an der Gewichtung dreht, muss beide nachziehen — sonst antwortet der Mac anders als das iPad.
Merke: die Web-App rechnet nach derselben Formel, damit die Vorschau nicht lügt.
08

Vier Wege ins selbe Brain

Alle greifen auf denselben Server zu — handelsrepublic.com/brain/. Egal ob Terminal, Cloud-Sitzung oder Browser: es gibt nur einen Stand.

Lokal
stdio-MCP
Der Server decision-brain auf diesem Mac. Wählt das Brain über den Parameter, sonst die .brain-Datei (aufwärts bis zum Home-Verzeichnis gesucht), sonst DECISION_BRAIN.
~/.claude/mcp-servers/decision-brain/index.js
Überall
Remote-MCP
Streamable HTTP, zustandslos. Für andere Geräte, Cloud-Sitzungen und Teammitglieder — ohne lokale Installation. Auth per X-Brain-Key-Header, ?brain= pinnt das Standard-Brain.
https://handelsrepublic.com/brain/mcp.php?brain=<id>
Automatisch
UserPromptSubmit-Hook
Hängt an jeder Eingabe: schreibt die Episode und holt den Kontext in Kurzform. Merkt sich pro Sitzung den letzten Block und wiederholt ihn nicht.
hook-context.js · Kurzform · max 10 Einträge
Sichtbar
Living Brain (Web)
Diese Seite. Brains ansehen und anlegen, Farben setzen, Master-Kontext kopieren, MCP-Verbindungs-Snippets erzeugen. Liest denselben Schlüssel.
handelsrepublic.com/decision-memory.html